Hundekrankenversicherung

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Hundekrankenversicherung – unnötiger Luxus oder absolutes Muss?

Hunde werden von den Deutschen mit viel Liebe und Fürsorge gepflegt. Für manche Mitbürger ist der Vierbeiner viel mehr als ein eigenes Haustier, ja fast wie ein eigenes Kind. Dennoch hat die Hundekrankenversicherung in Deutschland noch nicht richtig Fuß gefasst. Lediglich zwei von 100 Tieren sind krankenversichert. Zwar wächst die Zahl gerade im Hinblick auf die steigenden Behandlungskosten stetig, aber dennoch wird die Hundekrankenversicherung immer noch eher als ein Luxus als eine Notwendigkeit angesehen. In anderen Nationen erfreut sich die Hundekrankenversicherung einer breiteren Akzeptanz. So ist in Großbritannien jedes vierte , im skandinavischen Raum sogar eines von zwei Tieren krankenversichert.

Was nutzt eine Hundekrankenversicherung?

Aber woher kommt das deutsche Desinteresse? In erster Linie ist mangelnde Information dafür verantwortlich. Drei von vier Hundehaltern hatten sich nach einer GfK-Studie im Jahr 2008 mit dem Thema bislang überhaupt nicht auseinandergesetzt. Dabei kann eine Hundekrankenversicherung durchaus sinnvoll sein. Denn nicht selten liegen die Operations- und Behandlungskosten etwa bei einem komplizierten Bruch schnell deutlich im vierstelligen Bereich, wie der Berliner Tierarzt Pascal Torres gegenüber der Stiftung Warentest berichtet.

Pauschal lässt sich natürlich nicht über den Nutzen einer Hundekrankenversicherung urteilen, dazu sind die Einzelfälle zu unterschiedlich. Einige Versicherer lehnen gar einzelne Rassen oder Tiere über sieben Jahre wegen eines zu hohen Krankheitsrisikos ab. Zudem muss auch eine Immunisierung gegen bestimmte Krankheiten bestehen. Eine weitere Voraussetzung ist eine Tätowierung durch einen anerkannten Zuchtverband oder das Einpflanzen eines Mikrochips nach EU-Standard. Nichtsdestotrotz gibt es einige generelle Tipps, auf welche Konditionen einer Hundeversicherung Sie achten müssen und bei welchen Anbieter Sie sparen können.

Was kostet eine Krankenversicherung für Hunde?

Hund beim ArztDer Preis für eine Hundekrankenversicherung variiert je nach Alter und Rasse. Die Stiftung Warentest nennt in der Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 02/2011) auf der Basis von einem Dutzend untersuchter Tarife 234 Euro als jährliche Mindestsumme. Manche Anbieter rufen jedoch den doppelten Betrag auf, so dass selbst die Absicherung für einen jungen Hund 447 Euro pro Jahr kosten kann. Für den neunjährige Beispielhund Josha werden 598 Euro fällig, bei Rassen wie Labrador, Schäferhund oder Rottweiler kommen bis zu 775 Euro auf den Hundehalter zu. Aufgrund der großen Preisspanne ist es zu empfehlen, sich genau zu informieren und mehrere Angebote zu vergleichen.

Wer bietet eine Hundekrankenversicherung an?

Als günstigster Anbieter stellte sich bei der Untersuchung der Finanztest im Jahr 2011 die Axa-Assistance heraus, die einen Tarif ab 234 Euro anbietet. Im Anschluss folgen die Angebote der Allianz und Helvetia mit jeweils mindestens 324 Euro.

In dem Test der Zeitschrift Ökotest (Heft 07/2014) stand der Leistungsumfang der Tierversicherer im Blickpunkt, dabei wurden 52 Tarife von sechs Versicherern bewertet. Als Testsieger profilierte sich mit der AGILA der älteste Anbieter auf dem Markt. Sie führte die Hundekrankenversicherung 1994 überhaupt erst ein und erhielt über 20 Jahre später mit ihren Tarifen Tierkrankenschutz und dem Tierkrankenschutz Exkluisiv die Note „sehr gut“. Dahinter liegen die Hundekrankenversicherungen der Helvetia (Basis- und Komforttarif). Der Allianz-Tarif Optimal fällt nach Einschätzung der Ökotest hingegen deutlich ab.

Die Uelzener Versicherung hat erst seit dem 15. Januar 2015 wieder eine volle Hundekrankenversicherung in ihr Angebot aufgenommen. Sie ist die teuerste Versicherung auf dem Markt, bietet dafür aber weitreichende Leistungen an.

Redaktionshinweis: Bitte verwechseln Sie nicht die Hundekrankenversicherung mit der klassischen Hundeversicherung, auch Hundehaftpflicht genannt. Die Hundehaftpflicht gehört auf jeden Fall zu jedem Hund dazu, da hier die Kosten für Schäden, die der Hund verursacht von der Versicherung übernommen werden. Je nach Rasse und Besitzer gibt es die Hundeversicherung schon ab ca. 60 Euro im Jahr.

Wofür kommen die Versicherer auf?

Bei einer Hundekrankenversicherung gibt es von Versicherer zu Versicherer Unterschiede, folgende Leistungen sind nach Angaben der Stiftung Warentest besonders wichtig.
Operationskosten sollten bis zu einer Höhe von 1.000 Euro gedeckt werden.

  • Für ambulante und stationäre Heilbehandlungen sollte der Versicherer mit mindestens 1.000 Euro aufkommen, auch wenn keine Operation vorgenommen wird.
  • Bei einem vorübergehenden Aufenthalt im Ausland sollte das Tier mindestens ein halbes Jahr lang versichert.
  • Für Vorsorgemaßnahmen, etwa Wurmkuren oder Impfungen, sollen in jedem Fall die Kosten bis 100 Euro übernommen werden.
  • Bei Kastrationen sollte der Versicherer mit wenigstens 50 Euro einspringen

Nichtsdestotrotz muss der Hundehalter teilweise Kosten selbst übernommen. Denn die Leistungen richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Wenn der Tierarzt jedoch den dreifachen Gebührensatz verlangt, zugleich der Versichere nur bis zum doppelten Satz zahlt, muss der Versicherte selbst für die Differenz aufkommen. Bei manchen Hundekrankenversicherern wird zudem in einigen Fällen ein Selbstbehalt fällig.

Gibt es Alternativen zur Hundekrankenversicherung?

Wer sich eine Hundekrankenversicherung nicht leisten kann, sollte sich dennoch selbst jeden Monat einen festen Betrag zur Seite zu legen, um auf kostspielige Behandlungen oder Operationen vorbereitet zu sein. Denn wenn Sie von einem plötzlichen Krankheitsfalls Ihres treuen Begleiters überrascht werden, kann das nötige Geld Ihre finanziellen Planungen über den Haufen werfen oder Sie gar in Schwierigkeiten bringen.

Eine empfehlenswerte Alternative bietet zudem eine reine OP-Versicherung. Da Operationen in der Regel die größte finanzielle Belastung darstellen, ist ein Schutz im Schadensfall besonders wichtig. Medikamente können im Zweifelsfall eher aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Eine reine OP-Versicherung ist laut Finanztest ab einem jährlichen Betrag von 131 Euro zu haben – und damit rund 44 Prozent günstiger als eine komplette Hundekrankenversicherung.